Produkte für 0 Euro durch einen Preisfehler gibt es höchstens als seltene Ausnahme. Meist steckt eine Gratis-Aktion, ein Gutscheinfehler oder ein Fehler dahinter, der schnell korrigiert wird. Bestellungen zu solchen Preisen werden oft storniert, und bei offensichtlichen Fehlern besteht in der Regel kein Anspruch auf Lieferung. Wir erklären, was dahintersteckt und wo die Risiken liegen.
Was hinter „0 Euro“ steckt
- Gratis-Aktionen: Proben, Zugaben und Freebies sind gewollt und kein Fehler.
- Gutscheinfehler: Ein Code oder Guthaben senkt den Warenwert auf null. Siehe Preisfehler durch Gutscheine.
- Systemfehler: Ein Preisimport setzt Preise auf null.
- Anzeigefehler: Der Preis wird falsch dargestellt, der Warenkorb rechnet anders.
Gratis-Aktionen sind kein Preisfehler
Händler verschenken bewusst Produkte, etwa Produktproben, Zugaben zum Einkauf oder Aktionsartikel bei Mindestbestellwert. Das ist erlaubt und gewollt. Lies die Bedingungen: Oft zahlst du Versandkosten oder musst eine Mindestsumme erreichen. Das hat mit einem Preisfehler nichts zu tun.
Warum 0-Euro-Bestellungen oft storniert werden
Ein Preis von null liegt weit unter dem Marktwert. Händler stornieren solche Bestellungen häufig, und zwar aus gutem Grund: Bei einem erkennbaren Fehler kann das Bestehen auf Lieferung rechtsmissbräuchlich sein. In einem von der IT-Recht Kanzlei zusammengefassten Fall (OLG Düsseldorf, Az. I-16 U 72/15) lag der Preis bei unter einem Prozent des Marktwerts, und der Käufer konnte die Lieferung nicht durchsetzen. Wir sind keine Juristen, das ist nur ein Beispiel. Mehr unter Deine Rechte bei Preisfehlern.
Risiken, die du kennen solltest
- Stornierung: Du bekommst die Ware nicht, gezahltes Geld wird erstattet.
- Rückabwicklung: Wurde bereits geliefert, kann der Händler die Rückgabe verlangen.
- Kontosperre: Händler können Konten bei auffälligem Verhalten sperren.
- Strafrechtliche Risiken im Einzelfall: Wer täuscht oder Systeme manipuliert, kann sich strafbar machen (zum Beispiel Betrug oder Computerbetrug). Die bloße Bestellung zu einem angezeigten Preis ist nach unserem Kenntnisstand nicht automatisch strafbar, aber wir sind keine Juristen und bewerten keine Einzelfälle.
Was wir nicht erklären
Wir geben keine Anleitungen, wie man Systeme austrickst, Codes errät, Konten vervielfältigt oder Preise manipuliert. Das ist riskant und kann strafbar sein. Dieser Ratgeber informiert über das Phänomen und seine Grenzen.
Wie du vernünftig damit umgehst
- Behandle jede 0-Euro-Bestellung als unsicher.
- Bestelle nur, was du auch zum normalen Preis brauchen würdest.
- Nutze keine Tricks und keine mehrfachen Konten.
- Sichere Belege und halte Rückgabe bereit.
- Plane nichts auf die Lieferung.
Häufige Fragen
Gibt es wirklich Produkte für 0 Euro?
Als Gratis-Aktion ja. Als Preisfehler selten, und solche Bestellungen werden oft storniert.
Muss der Händler bei 0 Euro liefern?
In der Regel nicht. Bei erkennbaren Fehlern kann das Bestehen auf Lieferung rechtsmissbräuchlich sein.
Ist es strafbar, einen 0-Euro-Preisfehler zu bestellen?
Die bloße Bestellung zu einem angezeigten Preis ist nach unserem Kenntnisstand nicht automatisch strafbar. Wer täuscht oder manipuliert, kann sich strafbar machen. Wir sind keine Juristen, im Zweifel lass dich beraten.
Was ist der Unterschied zu einer Gratis-Aktion?
Eine Gratis-Aktion ist gewollt und hat Bedingungen. Ein Preisfehler ist ein Versehen.
